Anonyme Alkoholiker

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Artikel aus dem Mai zum Probelesen

Geben und nehmen

Für mich war es schwierig, und ich wollte nicht in irgendeine Gruppe. In eine «Alkoholgruppe» schon gar nicht. Zudem war ich kein Vereinsmeier, und anpassen wollte ich mich auch nicht. Überhaupt wusste ich über meine Sauferei bestens Bescheid. Ich brauchte doch keine Ratgeber.

Dank unseren zwölf Traditionen, die mir von meinen neuen Freundinnen und Freunden vorgelebt wurden, lernte ich in kleinsten Schritten, mich in die Gruppe einzufügen. Aus dem so verdammt wichtigen Ich wurde langsam ein Wir. Ich schnallte schnell, dass ich auf die Gruppe angewiesen war, dass ich es nicht schaffte, selber trocken zu bleiben.

Noch eine Erfahrung durfte ich machen: Je mehr ich von mir in meine Gruppe investierte, desto mehr bekam ich von ihr zurück.

Das war und ist für mich aktives Wachstum. Geht es mir gut, teile ich meine Freude mit meiner Gruppe. Ich weiss, die Gruppe freut sich mit mir, dadurch darf ich meine Freude doppelt geniessen. In meiner Gruppe erhalte ich stets Kraft geschenkt, und ich selber bemühe mich auch, Kraft zu schenken. Ich darf immer wieder feststellen, dass das gegenseitige Geben und Nehmen etwas Wunderschönes ist.

Auch in meinem Hier und Jetzt hilft mir meine Gruppe. In jedem Meeting erkenne ich mich selber in meinem Gegenüber. In jeder Gruppe werde ich daran erinnert, was ich bin und was ich für immer bleiben werde. Somit vergesse ich nicht, woher ich komme, und vor allem bleibe ich wachsam und schaue ab und zu mal nach, ob ich all meine Hintertürchen immer noch gut verschlossen halte.

Etwas ganz Besonderes spüre ich manchmal, eine ganz besondere Stimmung im Meetings-Raum. – Ich frage nicht, ich sauge diese Stimmung einfach voller Dankbarkeit in mich auf.

Ich bleibe dran.

Danke und eine gute Zeit

René, Gruppe Zurzach

 


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